Gedanken zur Überlassung von Personal

Ja, ich weiß: Überlassung von Personal ist ein streitbares Thema. Man muss sich nur einmal die Wahlprogramme der Parteien für die Bundestagswahl ansehen, da sieht man: Die Einen würden die Arbeitnehmerüberlassung sofort abschaffen wollen, die Anderen wollen sie sogar ausbauen. Diese Form der Arbeit hat den schlechten Ruf, Menschen zu Arbeitern zweiter Klasse zu machen. Die Regierung versucht seit Jahren, dem entgegenzuwirken und hat Einiges dafür getan, dass Mitarbeiter in Arbeitnehmerüberlassung gleichgestellt sind mit denen, die in einem direkten Arbeitsverhältnis stehen.

Was genau ist Arbeitnehmerüberlassung?

Vielleicht erst einmal zur Klärung, um was es eigentlich geht: Bei der Überlassung von Personal geht der Mitarbeiter zunächst einen Arbeitsvertrag mit einem Dienstleister, dem Verleiher, ein. Schon im Vertrag ist geregelt, dass der Mitarbeiter seine Leistung im Betrieb des Kunden seines Arbeitgebers erbringt. Dort wird er vom Kunden wie ein eigener Mitarbeiter eingesetzt und erhält seine Weisungen direkt vom Kunden. Sein Gehalt bzw. Lohn erhält der Arbeitnehmer vom Verleiher, der die Arbeitskraft wiederum dem Kunden in Rechnung stellt.

Gleichstellung

Der Gesetzgeber gibt bei der Arbeitnehmerüberlassung enge Grenzen vor, damit Arbeitnehmer in der Überlassung nicht schlechter gestellt ist, als der direkt angestellte Mitarbeiter. Vereinfacht gesagt gibt es dafür zwei Möglichkeiten:

  1. Der Verleiher stellt den Mitarbeiter auf Basis eines Tarifvertrags ein. Durch die Einstufung seiner Qualifikation erhält der Mitarbeiter eine vergleichbare Entlohnung und Konditionen wie sein festangestellter Kollege beim Kunden.
  2. Der Kunde gibt dem Verleiher an, wie ein entsprechend qualifizierter und eingesetzter Mitarbeiter bei ihm direkt entlohnt wird. Diese Angabe ist für den Verleiher bindend und er muss nachweisen, dass er mindestens genauso gut oder besser entlohnt, als der Kunde.

Die Arbeitsagentur als zuständige Behörde prüft die Verleiher selbst und auch die einzelnen Einsätze sehr streng. Bei Verstößen gegen die Gleichstellung drohen dem Verleiher hohe Geldstrafen und der Entzug der Arbeitnehmerüberlassungserlaubnis.

der schlechte Ruf…

Teambesprechung im Lager. Bei der Überlassung von Personal erhalten externe Kräfte Ihre Anweisungen gleich vom Kunden.

… stammt oft noch aus der Vergangenheit. Es hat Trickser gegeben, die mit zweifelhaften Tarifen die Mitarbeiter zu Dumpinglöhnen eingestellt haben. Schwarze Schafe gibt es leider in jeder Branche, und auch heute ist sicherlich noch der eine oder andere Dienstleister zu finden, der noch nicht im Sinne der Gesetze handelt. Die Arbeitsagentur ist aber kontinuierlich dabei, diese Dienstleister zu finden und entweder mit ihnen gemeinsam die Prozesse zu korrigieren oder aber Strafen zu verhängen.

Viele Mitarbeiter haben auch noch im Kopf, dass es bei der Arbeitnehmerüberlassung rein und raus geht, sprich: Ist der Kunde weg, kommt die Kündigung. Aus meiner Sicht, also der Arbeit mit Ingenieuren, Technikern und Informatikern, muss man diese Aussage etwas anders betrachten. In der Zeitarbeit, also bei Hilfskräften, gibt es tatsächlich eine höhere Fluktuation. Das ist zum Teil dem Bedarf geschuldet: Die Kunden besorgen sich über die Zeitarbeit Hilfskräfte für Auftragsspitzen oder Ausfälle von eigenem Personal. Das ist oftmals nur kurzfristig, im gewerblichen Bereich selten über Monate hinweg. Das führt natürlich zu Unsicherheiten, vor allem in Richtung Projektende. Aber sind festangestellte Mitarbeiter, die noch nicht lange im Kundenunternehmen sind, nicht ebenso einfach zu kündigen?

Bei Ingenieuren, Technikern und Informatikern werden jedoch die Mitarbeiter nicht ausschließlich wegen ihrer Arbeitskraft, sondern auch wegen ihrem Know-How angefordert. Projekte sind langfristiger planbar und oftmals werden Mitarbeiter am Ende der Projekte vom Kunden für weitere Projekte übernommen.

Es geht auch anders!

Aus meiner Sicht ist die Arbeitnehmerüberlassung daher vor allem in höher qualifizierten Berufsgruppen ein gutes Mittel, um…

  • … als Mitarbeiter einen zukünftigen Arbeitgeber richtig kennenzulernen, ohne sich gleich zu binden
  • … wertvolle Erfahrung bei unterschiedlichen Kunden in aufeinanderfolgenden Projekten zu sammeln und so auch seinen “Marktwert” zu erhöhen
  • … als Kunde Mitarbeiter kennenzulernen und später selbst zu verpflichten
  • … Projekte erfolgreich abzuwickeln, ohne langfristiges Personal zu binden
  • … spezielles Know-How einzusetzen, das nur über einen begrenzten Zeitraum benötigt wird.

Es kommt aber darauf an, wie man mit dieser Dreiecksbeziehung umgeht. Immer wieder hört man von Dienstleistern den Satz: “wir finden sicher ein Nachfolgeprojekt für Sie”. Oder das Versprechen: “Sie bekommen nach Projektende keine Kündigung”. Mit diesem Wunschdenken wirbt der Dienstleister für sich, aber Tatsache ist: Es kann Ihnen niemand garantieren, dass Sie nach dem ersten Projekt ein Weiteres bereit steht. Die Dienstleister können sich sicherlich Mühe geben und manchmal klappt es auch. Mit einer Garantie oder auch nur hohen Wahrscheinlichkeiten werde ich in meinem eigenen Unternehmen niemals Werbung machen.

offene Kommunikation und Ehrlichkeit

Nur mit gemeinsam festgelegten Zielen weis in der Arbeitnehmerüberlassung jeder Beteiligte, woran er ist.

Ich versuche immer, die richtigen Mitarbeiter und die richtigen Unternehmen zusammenzubringen. Bisher über die Direktvermittlung, aber auch die Arbeitnehmerüberlassung kann ein gutes Mittel sein, um dieses Ziel zu erreichen. Wichtig ist mir dabei, mit allen Beteiligten von Anfang an ein gemeinsames Ziel zu haben. Das kann die Übernahme sein, wenn zum Ende der vereinbarten Zeit alle Seiten damit einverstanden sind. Wenn es sich aber um projektbezogene Aufgaben handelt, dann muss das von Anfang an ebenfalls allen Beteiligten klar sein! Ich möchte dieses Thema gleich von Anfang an transparent gestalten. Daher werde ich im Vorstellungsgespräch beim Kunden mit ihm und dem Bewerber gemeinsame Zielvorstellungen definieren.

Weil ich wirklich jede Chance nutzen möchte, um Mitarbeiter und Unternehmen sinnvoll zusammenbringen zu können, biete ich demnächst ebenfalls die Möglichkeit der Arbeitnehmerüberlassung an – und damit wird mein Unternehmen um eine Facette reicher. Den Antrag dazu habe ich bereits eingereicht.

Wenn es soweit ist, informiere ich in diesem Blog, auf meinem XING-Profil und natürlich in meinen eigenen Stellenausschreibungen hier auf der Webseite.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Mathias Leopold

neue Mitarbeiter gleich ins Homeoffice schicken?

Zusammenarbeit ohne gemeinsames Büro

Die Geschäfte laufen gut – bislang habe ich alles alleine hinbekommen, doch ich merke: Wenn sich die Auftragslage weiter so entwickelt, dann werde ich entweder nicht mehr in der selben Qualität arbeiten können, wie bisher oder ich kann nicht mehr alle Kunden bedienen, die sich an mich wenden. In den letzten Tagen habe ich also überlegt, mir Unterstützung zu holen. Die Frage ist: Wie kann das funktionieren, wenn man (noch) kein eigenes Büro hat, sondern nur im Homeoffice arbeitet? Funktioniert das überhaupt?

Homeoffice: Vertrauen vs. Kontrolle

In den Unternehmen, in denen ich bisher als Angestellter gearbeitet habe, war es lange Zeit undenkbar, von zu Hause aus zu arbeiten. Mitarbeiter nicht tagtäglich im Büro zu haben war für meine Chefs gleichbedeutend mit der Aufgabe der Kontrolle über die Mitarbeiter. Ein stückweit kann ich das nachvollziehen, es ist schon ein Unterschied, einen Mitarbeiter im Haus zu haben und ihn jederzeit sehen und ansprechen zu können, oder erst zum Telefon greifen zu müssen, um mit ihm sprechen zu können. Aber wie wurde das praktisch gelebt?

In einem Unternehmen saß ich gleich gegenüber vom Büro des Chefs, ich hörte, was er tat und er hörte, was ich tat. Für die Anfangszeit war das gut, denn so konnten wir uns aufeinander einstellen. Später jedoch empfand ich es zunehmend als Kontrolle.

Im anderen Unternehmen hatte ich ein Büro mit einem Kollegen zusammen, später saß ich alleine. Die Chefs kamen nur selten vorbei, ich hatte mehr Freiraum und konnte mich in meinem eigenen Stil besser entfalten. Es schien weniger Kontrolle zu geben, aber trotzdem war es undenkbar, Mitarbeiter ins Homeoffice zu entlassen. Hier fehlte das Vertrauen in die Fähigkeiten und die Selbstmotivation der Mitarbeiter.

Meiner Meinung nach ist Kontrolle der falsche Ansatz. Wenn ich als Chef meine Mitarbeiter kontrollieren muss, habe ich entweder die falschen Mitarbeiter, habe die Vorgaben und Abläufe nicht klar definiert oder setze kein Vertrauen in die Fähigkeiten und die Loyalität meiner Mitarbeiter. Das fände ich sehr schade!

Das gemeinsame Ziel

Ich möchte gerne Mitarbeiter einstellen, damit ich mehr für meine Kunden und für meine Mitarbeiter und Bewerber erreichen kann. Dafür suche ich Mitarbeiter, die einen passenden pragmatischen Ansatz haben und sich mit diesen Zielen identifizieren können. Meine Haltung dabei ist “mit meinen Mitarbeitern” und nicht “durch meine Mitarbeiter”. Das bedeutet, Freiheiten einzuräumen, um sich hinter einem gemeinsamen Ziel zu vereinen statt die Mitarbeiter einfach nur ein stupides Muster abarbeiten zu lassen. Ich möchte nicht mit Arbeitsautomaten zu tun haben, die man irgendwann mal durch einen Algorithmus ersetzen kann, sondern mit Menschen, die ihre eigene Menschlichkeit mit einbringen. Denn so, wie ich mit meinen internen Mitarbeitern zusammenarbeiten möchte, arbeite ich auch mit Kunden und meinen externen Mitarbeitern beziehungsweise den Bewerbern zusammen. Das bedeutet auch, den Mitarbeitern ein gesundes Vertrauen entgegenzubringen – und damit, sie von Anfang an im eigenen Homeoffice arbeiten zu lassen!

Ich suche daher breit nach Mitarbeitern, sowohl auf der Vertriebs- wie auch auf der Personalseite. Weniger wird es mir dabei darauf ankommen, was meine zukünftigen Mitarbeiter als Ausbildung gemacht haben, sondern eher, wie sie an Aufgabenstellungen herangehen. So kann ich ein dynamisches, pragmatisches Team zusammenstellen, das nicht uniform ist. Wir sind gerne so bunt wie auch die Kunden und die Bewerber draußen. Und da das ein wenig dauern kann, fange ich am Besten gleich damit an…

Geschäftsbereich und aktueller Stand

Ab dem 01.06.2021 werde ich die PRAGMATiKER nicht mehr nur als Nebengewerbe mit dem Geschäftsbereich Direktvermittlung führen; dann ist der erste Teil der Gründungsphase abgeschlossen und ich kümmere mich Vollzeit um mein Unternehmen. Grund genug, doch einmal einen Schritt zurück zu machen und sich anzusehen, was ich schon erreicht habe.

Geschäftsbereich Direktvermittlung

Hier läuft alles! Ich habe sowohl Projekte, die ich exklusiv besetzen kann wie auch welche, wo der Auftraggeber parallel selbst such. Die erste Variante ist mir natürlich lieber, aber auch mit der zweiten bin ich bisher schon erfolgreich gewesen. Die meisten meiner Stellenausschreibungen sind aktuell für Direktvermittlungen. Ich bekomme viele Bewerbungen auf die Stellen, einige der Bewerbungen kann ich in Absprache mit den Bewerbern auch für weitere Projekte betrachten.
Es haben sich auch Bewerber bei mir gemeldet, mit deren Profilen ich aktiv in die Akquise gehen will – ab dem 01.06. habe ich dann auch die nötige Zeit dazu.

Geschäftsbereich Freelancing

Auch hier habe ich schon Aufträge vorliegen und auch erste Kandidaten, die auf diese Stellen passen. Hier gibt es aber oftmals ganz andere Vorlaufzeiten als in anderen Geschäftsbereichen, sowohl bei den Freiberuflern wie auch bei den Kunden. Und an den Verträgen verhandelt man auch viel länger, am Ende soll es sich ja für alle Beteiligten lohnen.

Geschäftsbereich Arbeitnehmerüberlassung

Nein, aktuell kann ich noch keine Arbeitnehmerüberlassung anbieten. Es ist ein langer und kostenintensiver Weg, den Antrag zum Erfolg zu bringen. Viele Voraussetzungen werden von der Arbeitsagentur abgeprüft, damit sichergestellt wird, dass die Mitarbeiter fair behandelt werden. Ich habe da Verständnis für, denn auch in der Arbeitnehmerüberlassung möchte ich Mitarbeiter, die gerne beim Kunden zum Einsatz kommen und dort gute Arbeit leisten. Dafür müssen alle Rahmenbedingungen stimmen. Und damit das sichergestellt ist, investiere ich da gerne Geld und Zeit. Dauert aber noch ein wenig…

Dann kann es ja losgehen…

Die Ausstattung im Büro steht, die Technik ist zum größten Teil vorhanden (der Drucker kommt Ende nächster Woche – endlich!), erste Termine habe ich auch schon gefahren und die ersten Rechnungen sind geschrieben. Ich freue mich jetzt auf alles, was kommt!

Ausbau der Webseite

Es geht voran mit der Webseite, sie nimmt langsam Formen an. Seit heute stehen die Stellenausschreibungen auch mit begleitenden Grafiken prominent auf der Startseite. Für die Darstellung aller Stellenausschreibungen in einer Liste haben wir jetzt neue WordPress-Module im Einsatz, die das ganze etwas “hübscher” machen. Neu ist das Archiv ausgelaufener Stellenausschreibungen: Damit keine Stelle einfach so von der Webseite verschwindet, kann man im Archiv noch einmal nachvollziehen, was damit passiert ist.

Beispiel für ein Insta-Bild: Rotmilan über dem Bürofenster

Seit heute ist auch unser Twitter-Konto im neu gestalteten Blog-Teil mit eingebunden. Dort werden oft auch “kleinere” Statusupdates gemacht, die sonst einfach untergehen würden. Das findet man jetzt an der rechten Seite. Interessantes rund um die Arbeit findet man im Instagram-Account, das muss nicht zwangsläufig immer was mit der Arbeit zu tun haben. Auch die anderen sozialen Medien und XING werden besser eingebunden; vor allem die Stellenausschreibungen werden da noch einmal multipliziert. Wir wollen ja auch gefunden werden…

Was plane ich sonst noch? Perspektivisch möchte ich auch einen Newsletter anbieten, und gerne auch einmal meine Kunden und/oder meine Mitarbeiter vorstellen. Das ist jetzt in der Anfangsphase aber noch Zukunftsmusik…

Willkommen bei “die PRAGMATiKER”

Wir sind ein Unternehmen, dass dem Mittelstand Personal zur Verfügung stellt – im Rahmen von Direktvermittlungen, Projektarbeit oder im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung. Dabei können wir auf 15 Jahre Erfahrung in dieser Branche bauen.

Aktuell befindet sich die PRAGMATiKER noch im Aufbau, unsere Geschäftstätigkeit haben wir aber schon aufgenommen. Weitere Infos zu uns erhalten Sie hier!